30.03.2017

30.03.2017

„Privilegierte Lager? Westalliierte Flieger in deutscher Kriegsgefangenschaft während des Zweiten Weltkrieges“

Sonderausstellung des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr – Flugplatz Berlin-Gatow im Historisch-Technischen Museum Peenemünde

30. März – 13. August 2017

 

 

Die britische Royal Air Force und die United States Army Air Force hatten bei ihren Einsätzen gegen deutsche Städte während des Zweiten Weltkriegs jeweils rund 80.000 Todesopfer zu beklagen. Piloten und Besatzungsmitglieder alliierter Kampfflugzeuge, die den Abschuss überlebt hatten, mussten den Weg in die deutsche Kriegsgefangenschaft antreten. Für die Männer begann ein Weg ins Unbekannte. Wohl jeder hatte solche Fragen: Werde ich anständig behandelt, werde ich hungern müssen? Wird meine Familie wissen, dass ich lebe? Zwingt man mich, für die Deutschen zu arbeiten? Was weiß der Gegner über meine Einheit? Im Gefangenenlager kam eine Zeit des Wartens und der Ungewissheit. Eine beengte Unterbringung, eintönige Verpflegung, daneben Heimweh und Langeweile waren jedoch in der Regel die einzigen Unannehmlichkeiten, denen britische und amerikanische Gefangene ausgesetzt waren. Wer jedoch den Versuch unternahm, aus der Gefangenschaft zu fliehen, riskierte auch als Westalliierter sein Leben.

Im Vergleich dazu wurden ihre sowjetischen Schicksalsgenossen nicht entsprechend den Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts behandelt. Ihr Leben wird in mehreren Kontrastpunkten dem der Westalliierten entgegengestellt und lässt den rassistischen Charakter der nationalsozialistischen Herrschaft deutlich werden. Über die Biographie des sowjetischen Kriegsgefangenen Michail Dewjatajew schafft die Ausstellung auch einen direkten Bezug zu Peenemünde. Er wurde nach einem misslungenen Fluchtversuch aus dem Gefangenenlager ins dortige KZ-Außenlager Karlshagen I verlegt und musste dort unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Anfang 1945 gelang ihm und neun weiteren Häftlingen die Flucht aus Peenemünde, indem sie ein Flugzeug kaperten und in die Heimat flogen. Die Ausstellung erinnert somit auch an diesen Einzelfall, dessen Protagonist am 8. Juli 2017 hundert Jahre alt geworden wäre.

Die Ausstellung zeigt auf 250 Quadratmetern den Weg ins Lager, den Alltag hinter Stacheldraht, aber auch die vielfältigen Aktivitäten der Gefangenen, die Monotonie des Lageralltags zu bekämpfen. Kurzbiographien alliierter Kriegsgefangener geben den geschilderten Ereignissen ein Gesicht. Großfotos, Exponate und Medienstationen ergänzen die Präsentation.

Die Eröffnung der Sonderausstellung findet am 30. März 2017 um 11:00 Uhr  im Turbinensaal des Peenemünder Kraftwerkes statt.

Presseinformation (PDF)

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