„Meta-Peenemünde. Das Bild der rüstungstechnischen Versuchsanstalten im kulturellen Gedächtnis“
Kooperatives Forschungsprojekt des Historisch-Technischen Museums Peenemünde (HTM) und der Technischen Universität Braunschweig (VolkswagenStiftung, 2016-2019)

In Peenemünde, wo 1936 bis 1945 innovative Großraketen und andere Fernwaffen entwickelt und unter massivem Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen gefertigt wurden, wird die Verknüpfung von technischem Fortschritt, kriegerischer Gewalt und der Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges noch zugänglich und erfahrbar. Die Faszinationskraft des Ortes ergibt sich jedoch nicht nur aus der monumentalen Architektur der ehemaligen Heeresversuchsanstalt und der „Aura des Authentischen“, sondern wird auch durch Technik- und Raumfahrtenthusiasmus sowie die Diskussion um dessen technischen Leiter und späteren NASA-Direktor Wernher von Braun geprägt. Erinnerungskonflikte reichen von dem Versuch, Peenemünde zur „Wiege der Raumfahrt“ zu stilisieren, bis hin zur Forderung, seine Geschichte rein aus der Perspektive der damaligen Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge aufzuarbeiten.

Das Projekt „Meta-Peenemünde“

Das Bild der rüstungstechnischen Versuchsanstalten im kulturellen Gedächtnis“ zielt auf die Erforschung dieser Spannungen in der Auseinander-setzung mit den Rüstungsinnovationen des Nationalsozialismus und des gesellschaftlichen Umgangs mit Wissenschaft und Technik in der Bundesrepublik und der DDR.  

Es wird vom Kurator und wissenschaftlichen Leiter des HTM Dr. Philipp Aumann und dem Lehrstuhlinhaber für Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Braunschweig Prof. Dr. Christian Kehrt geleitet. Gefördert wird es von der VolkswagenStiftung über drei Jahre und in einem Volumen von 430.000 Euro.

ForschungsprojekteConstanze Seifert und Daniel Brandau
ForschungsprojekteProjektteam, Beiratsmitglieder und Workshopteilnehmer 14.2.17 im HTM Peenemünde

Am 14. Februar 2017 startete das Forschungsprojekt mit einem internen Workshop, bei dem das Projektteam sein Vorhaben einem wissenschaftlichen Projektbeirat vorstellte. Dieser besteht aus Prof. Dr. Helmuth Albrecht (Technische Universität Bergakademie Freiberg), Dr. Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung), Prof. Dr. Gerhard Paul (Universität Flensburg), Dr. Achim Saupe (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und PD Dr. Leonore Scholze-Irrlitz (Humboldt-Universität Berlin). Das Projekt wird die wissenschaftliche Vernetzung des Museums stärken und zur Erforschung seiner noch kaum erschlossenen Objekt- und Dokumentensammlungen beitragen. Anhand der überlieferten dinglichen, textlichen und bildlichen Relikte und Memorabilien werden zwei Teil-projekte, ein zeithistorisches Postdoc- und ein museumsdidaktisches Promotionsprojekt, Peenemünde als umstrittenen Erinnerungsort untersuchen. Die Historiker Daniel Brandau und Constanze Seifert werden die Erinnerungsdebatten und Technikmythen im Kalten Krieg sowie die heutige Wahrnehmung von Ort und Ausstellungen durch Einheimische und Besucher systematisch aufarbeiten. Im Rahmen des Projektes sind mehrere öffentliche Veranstaltungen geplant. Die Projektergebnisse werden publiziert und in einer Sammlungsdatenbank zur Verfügung gestellt. Bereits 2018 wird die Erinnerungs- und Faszinationsgeschichte Peenemündes Thema einer Sonderausstellung des HTM sein und zukünftig in die Konzeption einer neuen Dauerausstellung sowie die museumsdidaktische Vermittlungsarbeit einfließen.

Kontakt:

Forschungsprojekt „Meta-Peenemünde“ Technische Universität Braunschweig

Institut für Geschichtswissenschaft
Schleinitzstr. 13
38106 Braunschweig

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