Deutsch-polnisches Treffen im Historisch-Technischen Museum Peenemünde
Heute durften wir eine Delegation aus der polnischen Gemeinde Ostrów mit ihrem Bürgermeister Grzegorz Ożóg und vom Park Historyczny Blizna bei uns begrüßen.
Ziel des Treffens war der Austausch über mögliche Kooperationen zwischen dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde und dem Geschichtspark Blizna. Neben dem persönlichen Kennenlernen standen vor allem Ideen für gemeinsame Ausstellungen, pädagogische Programme und der fachliche Austausch in der Denkmalpflege im Fokus.
In der Nähe von Blizna befand sich während des Zweiten Weltkriegs der SS-Truppenübungsplatz Heidelager. Nachdem ein britischer Luftangriff die Heeresversuchsstelle Peenemünde stark beschädigt hatte, wurde die Lehr- und Versuchsbatterie 444 im Oktober 1943 in dieses Gebiet verlegt. Dort fand die Scharferprobung der Rakete Aggregat 4 – später als „V2“ bekannt – unter militärischen Einsatzbedingungen statt. Gleichzeitig diente der Standort der Ausbildung von Soldaten für den späteren Einsatz der Fernraketen an der Front.
Den Widerstandskämpfern der Polnischen Heimatarmee, der „Armia Krajowa“ (AK) blieben die Aktivitäten der deutschen Besatzer nicht verborgen. Sie versuchten Informationen oder sogar Teile der unbekannten Geschosse zu beschaffen. Als im Mai 1944 eine von Blizna verschossene Rakete nahe dem Dorf Sarnaki in den Fluss Bug stürzte, konnten AK-Angehörige etliche Raketenkomponenten bergen und in Sicherheit bringen. Zwei Monate später erhielt der britische Geheimdienst die Teile und die daran gewonnenen Erkenntnisse.
Wir freuen uns auf den weiteren Austausch und spannende gemeinsame Projekte!
