Die Chronik behandelt in vier Abschnitten die Gesamtgeschichte des Ortes Peenemünde vom 13. Jahrhundert bis heute: Von seiner ersten Erwähnung, über den Aufbau der Versuchsanstalten Peenemünde im Nationalsozialismus bis zur Auflösung des militärischen Stützpunktes der Luft- und Seestreitkräfte der NVA der DDR und der Einrichtung dieses Museums am historischen Ort.

  • 1282 Erste urkundliche Erwähnung Peenemündes
  • 1628 Im Dreißigjährigen Krieg wird die Peenemünder Schanze errichtet.
  • 26. Juni 1630 Der schwedische König Gustav II. Adolf landet in Peenemünde und greift damit in den Dreißigjährigen Krieg ein.
  • 1648 Peenemünde fällt durch den Westfälischen Frieden an Schweden.
  • 1720 Peenemünde wird ein Teil Preußens.
  • 1858 Peenemünde hat 550 Einwohner und gehört zur Stadt Wolgast.
  • 1876 Auf dem Peenemünder Friedhof wird eine Kapelle errichtet.
  • 1872, 1904, 1913 Sturmfluten richten verheerende Zerstörungen in Peenemünde an.
  • 1906 Fund des „Peenemünder Goldschatzes“.
  • 1925 „Peenemünder Haken, Struck und Ruden“ werden zum Naturschutzgebiet.
  • 1932 Das Heereswaffenamt legt ein eigenes Forschungs- und Entwicklungsprogramm für Raketen als Fernwaffen auf. Erste praktische Arbeiten werden auf dem Schießplatz Kummersdorf bei Berlin durchgeführt.
  • Januar 1933 Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt.
  • 19./20. Dezember 1934 Erster erfolgreicher Start des in Kummersdorf entwickelten Aggregat 2 (A 2) auf Borkum.
  • 1935
    • Juni Der Reichsarbeitsdienst für Männer wird eingeführt.
    • August Das Heereswaffenamt, das Reichsluftfahrtministerium und die Firma Heinkel beschließen eine Zusammenarbeit für die Entwicklung ballistischer Flugkörper.
  • 1936
    • März Nach Inspektion der Raketenentwicklung in Kummersdorf stimmen Heer und Luftwaffe der Finanzierung einer Raketenversuchsstelle zu und der Auftrag zur Entwicklung eines neuen Triebwerks für das Aggregat 4 (A4) wird erteilt.
    • August Baubeginn der „Versuchsstelle Peenemünde a. U.“ für Heer und Luftwaffe. Die Bewohner von Peenemünde werden zwangsweise umgesiedelt und der Peenemünder Haken wird Sperrgebiet.
  • 1937
    • Januar Von Peenemünde wird eine Anschlussbahn bis ans Reichsbahnnetz in Zinnowitz fertiggestellt.
    • Mai Die ersten Anlagen in Peenemünde werden fertiggestellt. Die Stamm-Belegschaft wird sukzessiv von Kummersdorf nach Peenemünde verlegt und erweitert. Wernher von Braun wird technischer Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde.
    • Juli Erste Wohnungen der Siedlung Karlshagen werden bezogen.
    • 4.-11. Dezember Erste Versuchsmuster des Aggregat 3 (A3) werden verschossen.
  • 1938
    • April Die Heeresversuchsanstalt Peenemünde und die Versuchsstelle der Luftwaffe werden organisatorisch getrennt
    • Herbst Erste Versuche mit dem Aggregat 5 (A5).
    • November Der Bau einer Fertigungsstelle samt Infrastrukturanlagen (Kraftwerk, Sauerstoffwerk, Werkbahn) wird beschlossen.
  • 1939
    • Januar Das Sperrgebiet wird bis Zempin und Wolgast erweitert.
    • Mai Das erste raketenbetriebene Flugzeug, He 176, wird getestet.
    • September Beginn des Zweiten Weltkrieges in Europa mit dem Überfall des Deutschen Reichs auf Polen.
    • Dezember Baubeginn des Kraftwerks und Hafens Peenemünde.
  • 1940
    • März Erster Brennversuch des Aggregat 4 (A4).
    • August Beginn der Luftschlacht um England.
    • September Albert Speer übernimmt die Bauleitung für Peenemünde.
  • 1941
    • Juni Überfall der Sowjetunion durch die deutsche Wehrmacht.
    • November Zur Deckung des Personalbedarfs wird das „Versuchskommando Nord“ (VKN) eingerichtet.
    • Dezember Deutschland und Italien erklären den USA den Krieg.
  • 1942
    • Februar Das erste Versuchsmuster des Aggregat 4 (A4) wird auf einem Prüfturm am Prüfstand VII getestet.
    • Juni Die Fieseler Werke GmbH Kassel übernehmen die Entwicklung und den Bau des Marschflugkörpers Fi 103.
    • Oktober Erster erfolgreicher Flug einer A4-Rakete vom Prüfstand VII.
    • November Das Kohlekraftwerk nimmt den Dauerbetrieb in Peenemünde auf.
    • Dezember Erster erfolgreicher Start der Fi 103.
  • 1943
    • Februar Kapitulation der deutschen 6. Armee bei Stalingrad.
    • Februar Joseph Goebbels verkündet den „Totalen Krieg“, um alle Kräfte zu mobilisieren.
    • März Beginn des elektrifizierten Werkbahnbetriebes in Peenemünde.
    • April Die Verantwortlichen des Versuchsserienwerks fordern KZ-Häftlinge für die Serienfertigung des A4 in Peenemünde an.
    • Juli Beginn der Versuchs-Serienfertigung in Peenemünde.
    • Juli  Aufstellung der Lehr- und Versuchsbatterie als erste militärische Fernraketeneinheit
    • 17./18. August Erster Luftangriff der britischen Royal Air Force auf Peenemünde.
    • 18.-26. August Die Verlagerung der Raketenproduktion in eine unterirdische Fabrik bei Nordhausen wird beschlossen. Die Produktion soll mit KZ-Häftlingen im Kohnstein durchgeführt werden.
    • August KZ-Häftlinge aus dem KZ Buchenwald beginnen mit ihrer Arbeit im Kohnstein. Das Arbeitslager Dora entsteht als Außenlager zum KZ Buchenwald.
    • September Arthur Rudolph übernimmt die Leitung des Mittelwerks.
    • Spätsommer 1943 bis Anfang 1944 Ausbau des Stollens zur Mittelwerk GmbH.
    • Oktober Erstes Erprobungsschießen des A4 auf dem Truppenübungsplatz bei Blizna im besetzten Polen..
    • Dezember Beginn der serienmäßigen Fertigung des A4 im Mittelwerk.
  • 1944
    • Juni Landung der alliierten Truppen in der Normandie.
    • Juni Erster Einsatz der Fi 103 gegen England. Das Propagandaministerium schafft den Begriff „Vergeltungswaffe“.
    • Juni Bei Senkrechtabschüssen erreicht das A4 Höhen von mehr als 100 km.
    • Juli, 4. August und 25. August Luftangriffe der US Air Force auf Ziele in Peenemünde.
    • August SS-General Hans Kammler übernimmt die Vorbereitungen zum Kriegseinsatz des A4.
    • 7./8. September Erster Fronteinsatz des A4 gegen Paris und London. Danach taucht die Propagandabezeichnung „Vergeltungswaffe 2“ („V 2“) für das A4 zum ersten Mal in der deutschen Presse auf.
    • Oktober Entstehung des KZ Mittelbau mit dem Lager „Dora“.
  • 1945
    • Januar SS-General Hans Kammler befielt die Verlagerung der Versuchsanstalten nach Mitteldeutschland aufgrund herannahender sowjetischer Truppen.
    • Februar Zehn KZ-Häftlinge fliehen mit einem deutschen Flugzeug vom Flugplatz Peenemünde in die Sowjetunion, darunter Michail Dewjatajew.
    • Februar Letzter Test eines A4 („V 2“) in Peenemünde.
    • März Letzter Einsatz des A4 gegen London.
    • März Letzter Einsatz einer Fi 103 („V 1“) gegen Antwerpen.
    • April US-Streitkräfte erreichen Nordhausen und befreien das KZ Mittelbau-Dora.
    • Mai Sowjetische Truppen erreichen Peenemünde.
    • Mai Kapitulation des Deutschen Reiches.
    • August Beginn der Demontage der Anlagen der Versuchsanstalten Peenemünde.
    • September Die USA übernehmen Wernher von Braun und andere Raketenforscher zur Weiterentwicklung eigener Raketenprogramme („Operation Paperclip“). Außerdem arbeiten Peenemünder Wissenschaftler in Bleicherode unter der Leitung des sowjetischen Raketen-Chefkonstrukteurs Sergei Koroljow. Im Oktober 1945 erkunden sowjetische Raketenfachleute die Peenemünder Anlagen, um das A4-Programm weiterzuführen. Die UdSSR verlagert die Raketenproduktion im Oktober 1946 in den Raum Moskau.
  • 1947 bis 1948 Demontage und Sprengung der Anlagen durch die Sowjetarmee. Um die Energieversorgung der Region zu gewährleisten, wird das Kraftwerk nicht gesprengt und weiter betrieben. Der Flugplatz Peenemünde wird zur Nutzung durch sowjetische Marineflieger wiederhergestellt.
  • Sommer 1948 Sprengung der Zugänge zum unterirdischen Stollensystem im Kohnstein bei Nordhausen durch eine Pioniereinheit der sowjetischen Armee.
  • 1949 Gründung der Deutschen Demokratischen Republik und Bundesrepublik Deutschland sowie Teilung Deutschlands bis zur Wiedervereinigung im Jahr 1990.
  • Herbst 1950 Die Seepolizei der DDR übernimmt das Hafengelände in Peenemünde.
  • 1951 Beginn erster Bauarbeiten für den Marinestützpunkt Peenemünde. Aufbau einer Räum- und Küstensicherungsdivision der Seepolizei der DDR im Haupthafen von Peenemünde.
  • Dezember 1952 Peenemünde wird Standort der ersten Flottenbasis der ,,Volkspolizei See”.
  • November 1956 Gründung der 1. Flottille der Volksmarine der DDR.
  • Mai 1959 Verlegung des Jagdfliegergeschwaders 9 nach Peenemünde.
  • 1964 Gründung der „Mahn- und Gedenkstätte Dora“ durch die SED-Kreisleitung auf dem Gelände des ehemaligen KZ Mittelbau-Dora. Erst 1995 wurde die Stollenanlage wieder zugänglich. Die Gedenkstätte ist seit dem Jahr 2000 in der Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und eröffnete 2006 eine neue ständige Ausstellung.
  • April 1968 Exhumierung eines Massengrabes von ehemaligen Zwangsarbeitern der Versuchsanstalten Peenemünde nahe der Kapelle Peenemünde.
  • Mai 1970 Einweihung einer Mahn- und Gedenkstätte auf dem Friedhof in Karlshagen.
  • Oktober 1972 Die Rote Armee übergibt der NVA den Flugplatz Peenemünde.
  • 4.-12. September 1980 Großmanöver der Streitkräfte der Staaten des Warschauer Pakts „Waffenbrüderschaft 80“ in Peenemünde.
  • September 1989 Letzter offizieller Flugdienst des Jagdfliegergeschwaders 9 in Peenemünde.
  • April 1990 Das Kraftwerk Peenemünde wird abgeschaltet.
  • Oktober 1990 Die Bundeswehr übernimmt den NVA-Standort und löst ihn schrittweise auf.
  • Mai 1991 Eröffnung des Historisch-Technischen Informationszentrums (HTI) in der ehemaligen Bunkerwarte.
  • 2000/2001 Eröffnung der neuen Dauerausstellung „Peenemünde – Mythos und Geschichte der Rakete, 1923 bis 1989“ im ehemaligen Schaltgebäude des Kraftwerks.
  • 2007 Eröffnung des Rundwegs „Denkmal-Landschaft“.
  • Januar 2010 Betriebsübergang auf die Historisch-Technisches Museum Peenemünde GmbH (HTM).
  • 2012 Eröffnung der Dauerausstellung zur Geschichte des Kraftwerks „Das Kraftwerk – gebaut für die Ewigkeit?“
  • 2013 Preisverleihung „European Union Prize for Cultural Heritage / Europa Nostra Awards 2013“ in der Kategorie I – Restaurierung / Konservierung für das Ende 2011 abgeschlossene Restaurierungsprojekt im Kraftwerk Peenemünde.

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