Mitteilungsblatt des Raketenflugplatzes Berlin-Reinickendorf aus dem Jahr 1932. (HTM Peenemünde, Archiv)
Mitteilungsblatt des Raketenflugplatzes Berlin-Reinickendorf aus dem Jahr 1932. (HTM Peenemünde, Archiv)

In den 1920er Jahren war Deutschland vom Raketenfieber gepackt. Prägend für die Begeisterung waren Schriften wie „Die Rakete zu den Planetenräumen“ (1923) von Hermann Oberth und „Vorstoß in den Weltenraum“ (1924) von Max Valier. Der größte öffentliche Erfolg war der Stummfilm „Die Frau im Mond“ (1929) von Fritz Lang.

Die Raketenenthusiasten Rudolf Nebel und Klaus Riedel gründeten 1930 den Raketenflugplatz Berlin-Reinickendorf auf dem Gelände des heutigen Flughafens Berlin-Tegel, wo sie mit verschiedenen Raketentypen, Materialien und Antriebsarten experimentierten. 1932 führten Nebel, Riedel und der zwanzigjährige Wernher von Braun, der kurz vorher zu der Gruppe gestoßen war, ihre Rakete Mitarbeitern des Heereswaffenamts (HWA) auf der Versuchsstelle Kummersdorf vor. Die Militärs werteten das Gesehene als Misserfolg, sahen in der Forschung aber großes Potential für eine zukünftige Waffe.

Oberst Karl Becker bot Nebel und von Braun an, ihre Arbeiten im Rahmen eines Militärprojektes fortzusetzen. Während sich Nebel verweigerte, ließ sich von Braun Ende des Jahres durch das HWA anstellen. Das Ende des Raketenflugplatzes kam im Jahr 1934, als Rudolf Nebel wegen vermeintlichen Landesverrats verhaftet wurde. Jahrelang war der Flugplatz durch das HWA unter der Bedingung der weitgehenden Geheimhaltung der dortigen Entwicklungen unterstützt worden. Dass Nebel weiterhin aktiv Werbung für seine Vorhaben betrieb, nahm die Gestapo zum Anlass, gegen ihn zu ermitteln. Während seines Verhörs wurden die Arbeiten auf dem Flugplatz und mit ihm Nebels geistiges Eigentum beschlagnahmt. Nebel war es fortan verboten, auf dem Gebiet der Raketentechnik weiter zu forschen.

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