Depotfoto von Überresten der Waffenentwicklung in den Versuchsanstalten Peenemünde, die bis heute in der Umgebung und aus der Ostsee geborgen werden. Foto: Thomas Köhler, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)
Depotfoto von Überresten der Waffenentwicklung in den Versuchsanstalten Peenemünde, die bis heute in der Umgebung und aus der Ostsee geborgen werden. Foto: Thomas Köhler, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)

Die Aggregat 4-Rakete, eher bekannt unter dem Propagandabegriff „Vergeltungswaffe 2“, ist das zentrale Objekt des historischen Rüstungsstandortes und des Erinnerungsortes Peenemünde. Sie drückt sowohl nationalsozialistischen Größenwahn als auch technische Innovationskraft aus.

Da Peenemünde 1945 geräumt wurde, sind am Entwicklungsort selbst keine vollständigen Originale mehr zu sehen. Ohne sie fällt es jedoch schwer, sich die Gestalt der Rakete vorzustellen. Zur besseren Anschaulichkeit steht seit 1995 auf dem ehemaligen Kraftwerks- und heutigen Museumsgelände eine nachgebaute A4-Rakete als Tourismusattraktion, die durch ihren mächtigen Eindruck die Besucherinnen und Besucher ein Stück weit überwältigt. Sie ist mindestens so sehr ein Zeugnis der Museumsgeschichte wie eine Veranschaulichung der Peenemünder Rüstungsgeschichte.

1992 reifte die Idee, ein Modell einer A4-Rakete auf dem Gelände des Historisch-Technischen Informationszentrums als Teil eines geplanten Raumfahrtparks aufzustellen. Wichtig war den damaligen Verantwortlichen, dass Originalteile einer A4-Rakete verbaut wurden, wie der Heckabtriebsring und die Nutzlastspitze. 1993 erhielt die Peene-Werft in Wolgast den Auftrag zum Bau, und nach zwei Jahren wurde das Modell im Museum aufgestellt.

Der Nachbau der A4-Rakete, in dem einige Originalteile verwendet wurden, ist eins von mehreren Großobjekten vor dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde. (HTM Peenemünde, Archiv)
Der Nachbau der A4-Rakete, in dem einige Originalteile verwendet wurden, ist eins von mehreren Großobjekten vor dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde. (HTM Peenemünde, Archiv)
Aufbau des Raketenmodells im Jahr 1995. Foto: Harald Tresp, 1995 (HTM Peenemünde, Archiv)
Aufbau des Raketenmodells im Jahr 1995. Foto: Harald Tresp, 1995 (HTM Peenemünde, Archiv)
Die Raketen wurden mit kleinen, teils symbolträchtigen Bildchen als Glücksbringern ausgestattet. Auf der A4-Bemalung des Versuchsmusters 38 vom 29. Juni 1943 wurde beispielsweise ein Bild mit einem Schmied angebracht, der einem Soldaten eine Rakete überreicht. Dieses Versuchsmuster wurde vom Prüfstand VII verschossen und stürzte auf dem Flugplatz ab. Grafiker: Gerd de Beek (HTM Peenemünde, Archiv)
Die Raketen wurden mit kleinen, teils symbolträchtigen Bildchen als Glücksbringern ausgestattet. Auf der A4-Bemalung des Versuchsmusters 38 vom 29. Juni 1943 wurde beispielsweise ein Bild mit einem Schmied angebracht, der einem Soldaten eine Rakete überreicht. Dieses Versuchsmuster wurde vom Prüfstand VII verschossen und stürzte auf dem Flugplatz ab. Grafiker: Gerd de Beek (HTM Peenemünde, Archiv)

Die Bemalung der Rakete entspricht den Versuchsraketen der Baureihe B, die ab 1942 vom Prüfstand VII aus über der Ostsee abgeschossen wurden. Mit Hilfe der schwarz-weißen Kontrastbemalung verfolgten die Ingenieure einst die Flugbahn, um Abweichungen der Raketenlage über weite Entfernungen einschätzen zu können. Zwischen den Flossen ist die Rakete mit dem Motiv der „Jungfrau am Monde“ verziert, das ebenfalls diesem Versuchsmuster nachempfunden ist.

Als sogenanntes Glücksymbol wurde die „Jungfrau am Monde“ auf dem Versuchsmuster 4 vom 3. Oktober 1942 angebracht. Spekulationen nach wurde das Motiv 1942 wegen des Films „Frau im Mond“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1929 gewählt. Gleichzeitig nimmt es wahrscheinlich Bezug auf Paul Linckes berühmte Operette „Frau Luna“ von 1899 – viele Entwickler hatten in Berlin studiert. Grafiker: Gerd de Beek (HTM Peenemünde, Archiv)
Als sogenanntes Glücksymbol wurde die „Jungfrau am Monde“ auf dem Versuchsmuster 4 vom 3. Oktober 1942 angebracht. Spekulationen nach wurde das Motiv 1942 wegen des Films „Frau im Mond“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1929 gewählt. Gleichzeitig nimmt es wahrscheinlich Bezug auf Paul Linckes berühmte Operette „Frau Luna“ von 1899 – viele Entwickler hatten in Berlin studiert. Grafiker: Gerd de Beek (HTM Peenemünde, Archiv)

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