Ein Portrait von Michail Dewjatajew. (HTM Peenemünde, Archiv)
Ein Portrait von Michail Dewjatajew. (HTM Peenemünde, Archiv)

Die Legende um den Kampfflieger Michail Petrowitsch Dewjatajew hielt die Erinnerung an Peenemünde in der Sowjetunion und der DDR aufrecht. Dewjatajew geriet während des Zweiten Weltkriegs in deutsche Gefangenschaft und wurde in einem Peenemünder Konzentrationslager inhaftiert.

Am 8. Februar 1945 überwältigten er und neun weitere sowjetische Häftlinge einen Soldaten auf der Rollbahn des Flugplatzes, stahlen ein deutsches Bombenflugzeug des Typs He-111 und flohen in die Heimat. Dewjatajew landete auf einer Wiese hinter der sowjetischen Frontlinie Not und wurde von der Roten Armee festgenommen. Die Soldaten glaubten, dass eine Flucht ohne fremde Hilfe unmöglich sei und verdächtigten die Häftlinge als deutsche Spione.

Ein deutsches Bombenflugzeug vom Typ He-111, mit dem Dewjatajew 1945 aus Peenemünde flüchten konnte. Foto 1944, Stüwe-Archiv (HTM Peenemünde, Archiv)
Ein deutsches Bombenflugzeug vom Typ He-111, mit dem Dewjatajew 1945 aus Peenemünde flüchten konnte. Foto 1944, Stüwe-Archiv (HTM Peenemünde, Archiv)
Von der sowjetischen Presse wurde Dewjatajew als Familienvater und Kriegsheld inszeniert. Er verkörperte das Bild eines idealen Sowjet-Bürgers mit der Liebe zur Familie und der UdSSR. „Sovetskaya Tataria vom 8. Juli 1967 ( HTM Peenemünde, Archiv)
Von der sowjetischen Presse wurde Dewjatajew als Familienvater und Kriegsheld inszeniert. Er verkörperte das Bild eines idealen Sowjet-Bürgers mit der Liebe zur Familie und der UdSSR. „Sovetskaya Tataria vom 8. Juli 1967 ( HTM Peenemünde, Archiv)

Erst 1957 wurde Dewjatajew vom Vorwurf der Kollaboration mit den Deutschen freigesprochen. Stattdessen wurde seine Geschichte nun als Akt der soldatischen Kameradschaft und Aufopferung für sein Land dargestellt. Ihm kam eine Vorbildfunktion für den Kampf gegen den Faschismus zu, und er erhielt den Ehrentitel „Held der Sowjetunion“. Mit der Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg sollte die Jugend patriotisch und sozialistisch erzogen werden.

Als Zeitzeuge kam Dewjatajew des Öfteren zurück nach Peenemünde, besuchte den Stützpunkt der NVA und unterstützte die Propaganda mit der Geschichte von seiner spektakulären Flucht. Mit einem Gedenkstein in der Fliegerdienststelle wurden er und seine neun gefallenen Kameraden geehrt. 1999 traf Dewjatajew auf dem Gelände des Historisch-Technischen Informationszentrums den deutschen Kampfflieger Günter Hobohm, der ihn im Krieg zunächst verfolgt und vergeblich versucht hatte, ihn abzuschießen.
Dewjatajew mit Angehörigen der NVA in der Dienststelle des Jagdfliegergeschwaders 9 in Karlshagen, im Hintergrund der Gedenkstein in Erinnerung an die Flucht Dewjatajews und eine MIG 17 (HTM Peenemünde, Archiv)
Dewjatajew mit Angehörigen der NVA in der Dienststelle des Jagdfliegergeschwaders 9 in Karlshagen, im Hintergrund der Gedenkstein in Erinnerung an die Flucht Dewjatajews und eine MIG 17 (HTM Peenemünde, Archiv)
Der Gedenkstein in Peenemünde erinnert an die spektakuläre Flucht Dewjatajews und neun weiterer sowjetischer Häftlinge aus dem Lager Karlshagen I. (HTM Peenemünde, Archiv)
Der Gedenkstein in Peenemünde erinnert an die spektakuläre Flucht Dewjatajews und neun weiterer sowjetischer Häftlinge aus dem Lager Karlshagen I. (HTM Peenemünde, Archiv)

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