Brennstoffdüse einer A4-Rakete („V2“), die zu Ausstellungszwecken auf ein Stück Aluminium montiert wurde. Mit ihr erfolgte die Einspritzung des Alkohols in die Vorkammer des Triebwerks. Durch die Lage in der Vorkammer wurde die empfindliche Messingdüse geschont. Foto: Thilo Peters, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)
Brennstoffdüse einer A4-Rakete („V2“), die zu Ausstellungszwecken auf ein Stück Aluminium montiert wurde. Mit ihr erfolgte die Einspritzung des Alkohols in die Vorkammer des Triebwerks. Durch die Lage in der Vorkammer wurde die empfindliche Messingdüse geschont. Foto: Thilo Peters, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)

Für die Rakete Aggregat 4 wurde ein neuer Antrieb entwickelt. Dabei handelte es sich um ein Flüssigkeitstriebwerk. Im Gegensatz zu Feststofftriebwerken waren flüssig angetriebene Raketen deutlich komplizierter aufgebaut, ermöglichten aber die Regulierung des Schubs. Die A4-Rakete wurde durch einen Treibstoff aus dem Brennmittel, einem Gemisch aus 75 % Alkohol und 25 % Wasser, und flüssigem Sauerstoff als Oxidator angetrieben. Die jeweiligen Stoffe wurden mithilfe der Einspritzdüsen zerstäubt und gemischt. Anschließend wurde der resultierende Nebel entzündet.

Sauerstoffdüse einer A4-Rakete aus Messing, montiert auf einem Stück Plexiglas. Es wurden ein Abnahmestempel des Heereswaffenamtes mit Reichsadler, die Kennung „elr“ und die Zahl 43 eingeprägt. Diese deuten auf einen Zuliefererbetrieb im heutigen Tschechien und das Herstellungsjahr 1943 hin. Foto: Thilo Peters, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)
Sauerstoffdüse einer A4-Rakete aus Messing, montiert auf einem Stück Plexiglas. Es wurden ein Abnahmestempel des Heereswaffenamtes mit Reichsadler, die Kennung „elr“ und die Zahl 43 eingeprägt. Diese deuten auf einen Zuliefererbetrieb im heutigen Tschechien und das Herstellungsjahr 1943 hin. Foto: Thilo Peters, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)

Für den extrem hohen Treibstoffdurchsatz entwickelten Ingenieure um Walter Thiel einen neuartigen Brennkammerkopf. Dieser bestand aus 18 Einspritztöpfen, die in zwei Ringen angeordnet waren. Jeder Topf bildete ein eigenes Einspritzsystem. Der innere Ring war mit sechs Töpfen und der äußere Ring mit zwölf Töpfen bestückt. Die Düsen für den Sauerstoff und den Brennstoff waren einander gegenüber angeordnet.

18-töpfiger Brennkammerkopf aus Aluminiumguss, nach einem Entwurf Walter Thiels. (HTM Peenemünde, Archiv)
18-töpfiger Brennkammerkopf aus Aluminiumguss, nach einem Entwurf Walter Thiels. (HTM Peenemünde, Archiv)

Da sich dieser neue Brennkammerkopf als überaus kompliziert und teuer erwies, wurde er vor Kriegsende noch einmal überarbeitet und vereinfacht. Er erhielt nun die Form eines flachen Zylinders und verfügte über nur noch ein Einspritzsystem. Die Düsen waren in konzentrischen Kreisen angeordnet und die Einspritzlöcher für Brennstoff und Sauerstoff wechselten sich ab. Die Einspritzplatte ermöglichte eine erhebliche Steigerung der Leistung und Betriebssicherheit.

Fragment eines Strahlruders aus Graphit, das zu Ausstellungszwecken auf Plexiglas montiert wurde. Mithilfe der Ruder, die in den Antriebsstrahl ragten, wurde die A4-Rakete gesteuert. Foto: Thilo Peters, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)
Fragment eines Strahlruders aus Graphit, das zu Ausstellungszwecken auf Plexiglas montiert wurde. Mithilfe der Ruder, die in den Antriebsstrahl ragten, wurde die A4-Rakete gesteuert. Foto: Thilo Peters, 2018 (HTM Peenemünde, Archiv)

Verschiedene Raketenteile wie die Einspritzdüsen oder Strahlruder wurden Anfang der 1990er Jahre auf Plexiglas montiert und beschriftet. Maßgeblich daran beteiligt war Reinhold Krüger, der 1944 und 1945 eine Lehre als Dreher in Peenemünde absolviert hatte und daher das Gelände gut kannte. Die Objekte wurden in den 1990er Jahren an Besucherinnen und Besucher des Ortes verschenkt oder verkauft – auch um das 1991 gegründete Historisch-Technische Informationszentrum zu finanzieren.

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